Sowohl eine vollständige Mahlzeit als auch ein eigens dafür entwickelter Snackriegel senkten den Blutalkohol-Peak in einer kleinen Crossover-Studie um rund 30 Prozent, verglichen mit Trinken auf nüchternen Magen. Der Riegel schaffte das mit deutlich weniger Nahrung.

Wie getestet wurde

Zwanzig gesunde Freiwillige, viermal derselbe Test, jedes Mal an einem anderen Vormittag und in zufälliger Reihenfolge. Vor dem Trinken bekam jede Runde eine von vier Bedingungen: nichts (nüchtern), eine normale „Kontroll“-Mahlzeit, eine vollständige Mahlzeit oder einen eigens konzipierten Riegel namens OFBAR (Optimized Food Bar for Blood Alcohol Reduction). Dann tranken alle dieselbe, nach Körpergewicht skalierte Wodka-Dosis: 0,35 g/kg bei Männern, 0,30 g/kg bei Frauen. 90 Minuten lang maß ein Alkoholtestgerät den Blutalkoholspiegel. Zum Schluss sagten die Teilnehmenden, wie das Essen geschmeckt hat und wie satt es gemacht hat.

Was dabei herauskam

  • Nüchtern trinken ergab von allen vier Bedingungen die höchste Alkoholaufnahme, gemessen an der Fläche unter der Blutalkoholkurve.
  • OFBAR und die Kontrollmahlzeit drückten diese Aufnahme jeweils um rund 30 Prozent. Praktisch derselbe Effekt.
  • OFBAR brauchte dafür weniger Kalorien.
  • Geschmack und Textur kamen gut an: satt, aber nicht vollgestopft.

Die 30 Prozent stehen in der Studie ohne exakte Konfidenzintervalle. Und was genau im Riegel steckt, verrät sie auch nicht, das Wie bleibt im Dunkeln. Der Mechanismus dahinter ist ja altbekannt: Essen im Magen bremst, wie schnell Alkohol ins Blut geht.

Was das heißt

Dass Essen vor dem Trinken die Wirkung abschwächt, weiß man lange. Bemerkenswert ist etwas anderes: Ein kleiner Riegel schaffte mit weniger Nahrung dasselbe wie ein ganzes Essen, und schmeckte den Teilnehmenden nach eigener Aussage sogar besser. Bestätigt sich das in einer größeren Studie, wäre das ein nützlicher Schritt mit wenig Aufwand: nicht weniger essen, nicht weniger trinken, sondern vor dem ersten Drink etwas Bestimmtes essen. Die 30 Prozent nehme ich trotzdem als groben Richtwert, nicht als feste Größe. 20 Personen, 90 Minuten Beobachtung. Was später am Abend oder in der zweiten Runde passiert, weiß niemand.

Genau da komme ich bei AlcoBalance immer wieder raus. Was du isst, spielt schon eine Rolle, bevor du zum ersten Drink greifst. Über den Rest des Abends entscheidet aber dein Tempo. So ein Riegel vorher verschafft dir einen Vorsprung. Deinen Peak in Echtzeit zu sehen, während er sich aufbaut, verschafft dir den zweiten: den Unterschied zwischen „am nächsten Morgen erfahren, wie der Abend gelaufen ist“ und „den Moment erkennen, solange du noch bewusst einen Gang zurückschalten kannst“.

Essen entscheidet mit, wie hoch deine Kurve steigt. Wie lange sie braucht, um wieder auf null zu fallen, ist die andere Hälfte der Geschichte - die steht in Wie lange ist Alkohol im Blut nachweisbar?.

Quelle: Anais da Academia Brasileira de Ciencias, DOI